Dummyarbeit - viel mehr als nur Beschäftigung (Teil 1)

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Ursprünglich kommt die Dummyarbeit aus England und diente dazu, die Hunde zur Jagd auszubilden. Der Dummy sollte das erlegte Niederwild (zum Beispiel Ente oder Fasan) darstellen, welches der Hund nach Abschuss finden und zum Jäger zurück bringen sollte.

Das gezielte Apportieren dieser Dummys erfordert alle Sinne des Hundes: er muss sich die Flugbahn des Dummys merken, geduldig warten, bis Herrchen oder Frauchen ihn freigeben um dann den Dummy zu apportieren und in die Hand seines Menschen zu legen. Dummys können auch versteckt oder geworfen werden ohne dass der Hund diese sieht. Dann weist der Mensch mit Handzeichen, Kommandos oder Pfeife den Hund auf Distanz ein und führt ihn so zum Ziel. Bei der Freiverlorensuche kennt weder Halter noch Hund die Wurfstelle. Es geht darum, den Hund erfolgreich zur Suche nach dem Dummy anzuleiten.


Dummy

Das Erlernte aus der Dummyarbeit bietet in vielen Alltagssituationen große Vorteile für das Mensch-Hund-Team. Bewegte Objekte wie Fahrradfahrer und Hasen, die übers Feld laufen, lösen bei den meisten Hunden den Hetz-Jagdtrieb/Beutetrieb aus. Der Hund hat aber gelernt, sich zurück zu nehmen und nur auf Kommando des Menschen loszulaufen. Der Hund lernt, sich auf seinen Menschen zu verlassen, da ihn dieser immer zum Erfolg (Dummy) führt. Er lernt also sich in unsicheren Situationen zurück zu nehmen und sich an der Vorgabe seines Menschen zu orientieren. Es ist auch mehr als praktisch, den Hund in Gefahrensituationen im Freilauf auf Distanz ins Sitz oder Platz bringen zu können. Das Apportieren lässt sich gut in den Alltag einbauen und macht aus jedem Spaziergang ein abwechlungs- und lehrreiches Erlebnis.

Zusammengefasst bietet die Dummyarbeit dem Mensch-Hund-Team eine tolle gemeinsame Beschäftigung, die den Hund artgerecht fordert, fördert und auslastet, in dem er alle Sinne einsetzen muss. Das gegenseitige Vertrauen und die Orientierung am Menschen wird aufgebaut und ganz nebenbei werden die klassischen Grundkommandos (Sitz, Platz, usw.) gefestigt und auch auf großer Distanz erlernt. 

© Hundemanieren - Lisa Langer 2014